Interview mit Karin Böhmer

EinBlick

7 Fragen an Pfarrerin Karin Böhmer

1. Liebe Frau Böhmer, herzlich willkommen in der Andreasgemeinde und unserer Nachbarschaft. Wo sind Sie derzeit in Bessungen am häufigsten anzutreffen?
Wenn ich auf die zurückliegenden Wochen schaue, so bin ich meistens in unserem Gemeindezentrum, im Kirchsaal oder in Bessungen unterwegs. Und ,so oft ich kann, auf der Ludwigshöhe. Mein Lieblingsspaziergang.

2. Wo haben Sie zuletzt gearbeitet?
Die letzten 14 Jahre war ich als Pfarrerin im Landesverband Ev. Frauen in Hessen und Nassau e.V.für die Frauenarbeit in der EKHN zuständig. Dort habe ich die Abteilung „Frauen Bildung Spiritualität“ geleitet. Gemeinsam mit dem Team der Gemeindepädagoginnen habe ich Ehrenamtliche in der Frauenarbeit vor Ort unterstützt. Für Leiterinnen von Frauengruppen oder Dekanatsteams bot ich Fortbildungen, Beratung und Materialien an. Mit diesen verschiedenen Angeboten ermutigte ich Frauen, ihren Glauben mit allen Sinnen zu erleben. Frauen stellen sich ihre eigenen theologischen Fragen und suchen Ausdrucksformen für ihre Spiritualität, die ihnen entsprechen. Daraus sind viele kreative Gottesdienste und Liturgien entstanden…

3. Wie finden Sie Gott?
Ich suche und ich finde Gott immer wieder neu und das mit allen meinen Sinnen. „Gott ertasten“ nennt Paulus das in Apg 17,27 – darüber habe ich bei meiner Einführung gepredigt. „So sollten sie suchen, ob sie wohl Gott ertasteten und fänden; ist Gott doch nicht fern von jedem und jeder von uns“. Mich spricht das sehr an, diese Umschreibung für „ich glaube an Gott“. „Gott ertasten“ hat so etwas Behutsames, Achtsames, sich Annäherndes. Gott ist nicht „zu haben“, wohl aber zu finden. Auch in den unterschiedlichen Name,n mit denen wir Gott benennen, – sei es der Vater, der Ewige, die Lebendige oder die Barmherzige – finde ich sie oder ihn immer wieder neu. Und bis heute finde ich Gott manchmal da, wo ich ihn nicht vermute. Gott ist um mich herum – in Gott „lebe, webe und bin ich“ – das erlebe ich so, wie Paulus es in Apg 17,28 beschreibt.

4. Angenommen, Sie könnten über eine Spende von 100.000 Euro an Ihre Gemeinde frei verfügen. Wofür würden Sie sie einsetzen?
Als erstes kommt mir eine große Sofa-Ecke für den Konfi-Raum in den Sinn, ein Ort für den kommunikativen Austausch. Dann noch mehr Sonnenschirme und Tische für unseren schönen Innenhof…. Mir fällt natürlich sehr viel ein, was wir in der Andreasgemeinde so alles gebrauchen könnten… Trotzdem glaube ich, ich würde das Geld mit Blick auf das neue Viertel nutzen, das in der Lincoln-Siedlung entsteht: für einen Andachtsraum und einen Treffpunkt, der Kirche repräsentiert und interreligiöse Begegnung erlaubt.

5. Welches Buch schlagen Sie in einer ruhigen Stunde am liebsten auf?
Ich tauche gerne in Romane oder Krimis ab. Auf dem Nachttisch liegt gerade Fred Vargas und für den Urlaub im August liegt Eshkol Nevos „Neuland“ bereit.

6. Und welche CD liegt bei Ihnen gerade im CD-Spieler?
Am liebsten höre ich gerade die CD, die zur Sendung „Sing meinen Song“ herausgekommen ist. Mir hat die Grundidee dieser Sendung sehr gut gefallen – bekannte Sängerinnen und Sänger tauschen untereinander ihre Lieder und interpretieren sie auf ihre Art. Es sind tolle Stücke dabei entstanden. Dazu tanze ich auch dann gerne mal durch meine Wohnung –sehr entspannend…

7. Worauf freuen Sie sich im Herbst 2014 am meisten?
Ich bin sehr gespannt auf meine erste Teilnahme am Bessunger Kerbumzug. Und ich freue mich sehr auf mein erstes Erntedankfest hier in der Andreasgemeinde. Wir feiern es am Sonntag den 28. September gemeinsam mit unserem Kinderhaus in einem Familiengottesdienst und mit einer großen Erntedanksuppe.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dagmar Jacobs.
Quelle: WirBessunger 4-2014, Gemeindebrief der Petrusgemeinde Darmstadt-Bessungen