Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnen und Leser,

an einem Vormittag auf der Konfirmandenfreizeit im Februar wurden die Jugendlichen gebeten, sich im Laufe des Tages einen Gegenstand zu suchen, der für sie mit Jesus zu tun hat. Da kamen viele unterschiedliche Dinge zusammen: Zweige aus dem Wald, die ein Kreuz bildeten, ein Stein vom Burghof, vom Frühstück ein Stück Brot, eine kleine Reise- Bibel, eine Kerze aus der Burgkapelle. Ein Jugendlicher zeigte sogar auf seine Uhr und sagte „Jesus ist zeitlos“.

Welches Symbol hätten Sie ausgesucht?
Ein Hase wäre wohl nicht dabei gewesen. Und das, obwohl er fest verbunden ist mit dem zentralen Fest unseres Glaubens: dem Osterfest und damit auch mit Jesus. In Byzanz, einer Wiege der christlichen Kirche, war der Hase das Tiersymbol für Jesus Christus. Darstellungen von Hasen finden sich als Motiv auf Reliefs, Tonlämpchen und Epitaphen aus dieser Zeit des frühen Christentums. Da ein Hase nur sehr kleine Augenlider hat, sieht es so aus, als ob er mit offenen Augen schläft. Damit erinnert er an Jesus, der selbst durch den Tod nicht entschlafen ist. So gilt der Hase als Sinnbild für die Auferstehung Christi und schmückt zu Recht so manchen Ostertisch und Osterstrauß. Als ein kleines Zeichen für die große Hoffnung, auf die wir jetzt in der Passionszeit zugehen:
„Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden“, so grüßen wir uns bis heute in den Gottesdiensten am Ostermorgen. Ich vertraue auf die Kraft, die in dieser Osterfreude steckt. Die Kraft der Auferstehung. Sie wächst aus der tiefen Sehnsucht nach einer menschenfreundlichen Welt und will unsere Zuversicht stärken: Ein Miteinander in Frieden und gegenseitiger Achtung ist möglich.
Das Osterfest ermuntert uns, zu entdecken, wieviel Kraft und Mut und Können dafür in uns selbst steckt – und in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit im Frühling, bestärkende Begegnungen hier und da – auf Ostern hin.

Ihre Pfarrerin
Karin Böhmer