Einführung Notfallseelsorger

Menschen wie Engel:
Sieben Mitarbeitende der Notfallseelsorge in ihren Dienst eingeführt

Für viele Menschen sind sie wie Engel: Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger kommen in unvorhergesehene Krisensituationen hinein, sind da für Menschen, die leiden, hören zu, helfen mit, ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen. Wie der Engel Raphael im Alten Testament räumen sie nicht gleich alle Probleme aus dem Weg, holen aber Menschen aus ihrer Erstarrung heraus, ermächtigen Menschen, wieder handeln zu können. So beschrieb es Pfarrer Dr. Christoph Klock in seiner Predigt zur Einführung der neuen Mitarbeitenden in der Notfallseelsorge Darmstadt.

Fünf Frauen und zwei Männer aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sind in ihren Dienst eingeführt worden. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse und Pfarrer Dr. Christoph Klock, stellvertretender katholischer Dekan, nahmen die Beauftragungen vor, überreichten die Urkunden und sprachen den Ehrenamtlichen den Segen für ihren Dienst zu. Die Pfarrerin der gastgebenden Evangelischen Andreasgemeinde, Karin Böhmer, leitete die Liturgie. In ihren Dienst eingeführt wurden: Susanne Zimmermann (Modau), Veronika Heineken (Darmstadt), Iris Fairley (Griesheim), Detlef Winterstein (Weiterstadt), Annette Rehor (Darmstadt), Marcel Sommer (Weiterstadt) und Natascha Fachinger (Weiterstadt).

„Menschen, die wie Engel erscheinen“, nannte Pfarrer Dr. Christoph Klock die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in seiner Predigt, „sie kommen unvermutet, für eine kurze Zeit in eine entscheidende, wichtige Lebenssituation.“ Genauso wie die Menschen, die unverhofft in eine Krise geraten sind, kommen die Mitarbeitenden in der Notfallseelsorge in unbekannte Situationen, die sie sich nicht aussuchen können, so Klock. Sie hätten in ihrer Ausbildung gelernt, mit extremen Situationen umzugehen. „Die Wirklichkeit ist aber immer eine andere“, so der Pfarrer von St. Ludwig.

Menschen, zu denen sie kommen, sollen spüren, dass sie als „Mitfühlende da sind, als Menschen, so wie sie sind“. Dazu gehöre auch, offen zu sein für Momente des Schweigens, denn „Leid macht auch stumm“. Mit Feingefühl mögen sie Menschen in Notsituationen helfen, wieder eigene Schritte zu gehen, Lähmung zu überwinden. Unaufdringliche, liebevolle Präsenz zeichne die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger aus, auch wenn sie nicht auf alles eine Antwort haben, so Klock. Ihr eigenes Grundvertrauen könnten sie die Menschen, zu denen sie kommen, spüren lassen.

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse fragte die Einzuführenden, ob sie sich von der christlichen Botschaft leiten und tragen lassen, die Schweigepflicht wahren und untereinander und mit anderen Vertretern der Rettungskette vertrauensvoll zusammenarbeiten wollen, was diese mit „Ja, mit Gottes Hilfe“ beantworteten. Gemeinsam mit Pfarrer Dr. Christoph Klock segnete sie die fünf Frauen und zwei Männer. Sie dankte den Eingeführten, dass sie ihre Kompetenzen und Erfahrungen in diesen „wichtigen und anspruchsvollen Dienst“ einbringen. Sie dankte auch allen anderen anwesenden Mitarbeitenden in der Notfallseelsorge sowie Jens Rönnfeldt, dem stellvertretenden Leiter der Berufsfeuerwehr Darmstadt, für die gute Zusammenarbeit in der Rettungskette.

Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun, der die ökumenische Notfallseelsorge gemeinsam mit der katholischen Gemeindereferentin Susanne Fitz vom Bistum Mainz leitet, freut sich über die neuen Mitarbeitenden. Insgesamt gibt es nun 47 ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in Darmstadt und Umgebung. „Menschen, die diesen Auftrag annehmen und sich ausbilden lassen, sind für mich Bestätigung und Rückenwind in der gemeinsamen Aufgabe“, so Ruff-Kapraun. „Nur in einem Team können wir den Anspruch, jeder Situation und den Personen gerecht zu werden, einlösen“, sagt Ruff-Kapraun. Routine sei da oft nicht gefragt.

Susanne Fitz hat die Praktikumsphase der Auszubildenden in den vergangenen Monaten begleitet. Auch stand das Leitungsteam hilfreich bei den ersten Einsätzen zur Seite. Nach der Qualifikation, die etwa 70 Stunden umfasst, formuliert eine Teilnehmerin: „Ich möchte Menschen, die plötzlich in eine Notsituation geraten sind, stärken und unterstützen“. Es sei bei dem Dienst sinnvoll, Mitmenschlichkeit zu üben und bereit zu sein, für andere da zu sein.