Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnnen und Leser,

die ersten Schneeglöckchen recken ihre weißen Köpfe aus der dunklen Erde und bald werden Krokusse und Osterglocken sich ihren Weg ans Licht bahnen. Die Sonne steigt höher und höher, unsere fünf Pfarrhaus-Zwerghühner legen Ei um Ei. Kein Zweifel: Der Frühling kommt.

Auferstehung überall.

Und doch fragen sich nicht nur die Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrer Beschäftigung mit dem Glaubensbekenntnis: Auferstehung von den Toten? Wie soll das gehen? Und dann auch noch daran glauben? Auch Kurt Marti, Schweizer Theologe und Dichter, erst kürzlich am 11. Februar 2017 96-jährig in Bern verstorben, fragt in einem seiner Gedichte:

Ihr fragt, wie ist die Auferstehung der Toten?
  Ich weiß es nicht.
Ihr fragt, wann ist die Auferstehung der Toten?
  Ich weiß es nicht.
Ihr fragt, gibt es eine Auferstehung der Toten?
  Ich weiß es nicht.
Ihr fragt, gibt es keine Auferstehung der Toten?
  Ich weiß es nicht.

Auch ich habe keine wissenschaftliche Erklärung geschweige denn irgendwelche Beweise. Und dennoch freue ich mich schon jetzt auf den Gruß an Ostern im Gottesdienst: „Christus ist auferstanden!“ „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Ja! Dieser frohen Botschaft will ich mich anvertrauen: Das Leben ist stärker als der Tod. Sie schenkt mir Kraft, in Zeiten von Angst, Ohnmacht und Resignation. Und so beendet auch Kurt Marti sein Gedicht:

Ich weiß nur, wonach ihr nicht fragt:
  Die Auferstehung derer, die leben.
Ich weiß nur, wozu Er uns ruft:
  Zur Auferstehung heute und jetzt!

Herzlich grüßt Ihre Pfarrerin

Karin Böhmer