Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnnen und Leser,

Auf der Suche nach dem Weihnachtsstern, den ich in der Advent- und Weihnachtszeit so gerne
ans Fenster hänge, fällt mir ein kleiner Stempel zum Verschönern von Weihnachtspost in die Hände.

Jauchzet

ist darauf zu lesen. Was für ein schönes Wort! Benutzen wir es eigentlich noch im alltäglichen Sprechen, frage ich mich und probiere den Stempel sofort aus. Lese oder höre ich „jauchzen“, denke ich sofort an Kinder, an ausgelassene Freude, an Spiel, Spaß und Begeisterung. Wann war ich das letzte Mal „ganz aus dem Häuschen“ und habe mein Entzücken lauthals zum Ausdruck gebracht? Am ehesten noch beim Tanzen oder Singen.

Jauchzet

Mit Jauchzen und Frohlocken beginnt auch das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Die Freude, der Jubel über die Geburt Gottes will in die Welt hinaus. Mit Pauken und Trompeten.
„Wohl dem Volk, das jauchzen kann“, so Psalm 89,16 in der Bibel. Wie wahr. Auch bei Bach wird es nach dem Jauchzen erstmal stiller und der Chor stimmt sehnsüchtig die Frage an „Wie soll ich dich empfangen?“.

Jauchzet

Bei mir daheim hängen jetzt hier und da kleine Zettel. Im Bad am Spiegel. Im Büro am PC. Erinnern mich mit einem Wort: Du hast allen Grund, dich zu freuen. Die Liebe ist unterwegs. Sie hat es schwer. Aber sie hört nicht auf um Einlass zu bitten. Bei mir. Bei dir. In der Welt.

Ich wünsche Ihnen und euch eine gesegnete Zeit.

Karin Böhmer