Ostern 2016

Frohe Ostern!

Der Ostersonntag ist einige Tage her, die Festlichkeiten zu Ende, die Gästezimmer wieder leer und beim Einkaufen im Supermarkt ist wieder Normalität eingekehrt. Die Feiertage rund um Ostern sind wohl die bedeutendsten Feste der Christenheit. Ich hatte mich selten so intensiv mit den Festen und ihren Ritualen auseinandergesetzt wie in diesem Jahr. Vielleicht ein guter Anlass, über das Geschehen zu Ostern in unserer Andreasgemeinde zu berichten.

Jugend-Event zum Ostergeschehen

Den Anfang machte die Jugend. Schon etwa zwei Wochen vor dem Ostersonntag fand ein Jugend-Event zum Ostergeschehen, zwar nicht in der Andreasgemeinde, sondern in der Pauluskirche statt. Geplant und durchgeführt wurde diese Veranstaltung gemeinsam für alle Jugendlichen der Region Bessungen. Viele Konfi-Gruppen aus Darmstadt fanden den Weg zu den Stationen, die an den Kreuzweg Jesu angelehnt waren. Bilder zeigten die historischen Orte in Jerusalem, wie sie sich heute darstellen. Bilder, Geräusche und Texte luden zum Nachdenken, Schreiben oder zum Austausch ein.

Gründonnerstag

Sedermahl in der Andreasgemeinde

Der Abend des letzten Zusammentreffen Jesu mit seinen Jüngern. Als Ursprung unseres Abendmahls wurde zu diesem Gedenken, schon vor einigen Jahren ein besonderes Ritual in der Andreasgemeinde eingeführt. Eine Tafel, gedeckt wie im Restaurant, so fand ich den Kirchsaal an diesem Abend vor. Dieser besondere Gottesdienst wurde mit Elementen des jüdischen Sedermahls gefeiert. Das ritualisierte Sprechen, Essen und Trinken ließen die Tradition erleben, in der Jesus wohl einst mit seinen Jüngern das jüdische Passahfest beging. Das letzte Mahl Jesu, wohl im Bewusstsein um seinen nahen Tod.

Karfreitag

Das Sterben Jesu. Die Evangelien berichten vom grausamen Tod Jesu am Kreuz, mit allem Leid, die der Mensch Jesus erlitten hatte. In der Erinnerung an den Tod Jesu, wurde der Kirchenschmuck entfernt und der Altar leer geräumt. Zuletzt befanden sich nur eine Dornenkrone und ein brennendes Grablicht auf dem Altar. Stille und Gedenken an die Situation, in der sich die Anhänger von Jesus wohl befunden hatten.

Die Osternacht

So dunkel wie die Szenerie vom Karfreitag, so finster noch der Kirchsaal, in dem sich die Andreasgemeinde in der Osternacht versammelt hatte.

Nach einer Zeit der Trauer wollten Maria Magdalena und die „andere Maria“ Abschied von Jesus nehmen und gingen noch einmal zu dessen Grab. In dieser Osternacht berichtet ein Engel den beiden Frauen, die das leere Grab vorfinden, von einem der größten Wunder in der Geschichte Jesu: seiner Auferstehung.

Am Osterfeuer im Innenhof der Gemeinde wurde die Osterkerze entzündet und an ihr viele andere Kerzen, die zurück in den Kirchsaal gebracht wurden und ihn wieder erleuchteten. „Er ist wahrhaftig auferstanden“ wurde von der Gemeinde wiederholt, nachdem über die Auferstehung und das Erscheinen von Jesus vor den beiden Frauen berichtet wurde. Nachdem das Licht und damit das Symbol für die wiederkehrende Hoffnung zurück in die Gemeinde gekommen war, wurde der Altar erneut geschmückt.

Ostersonntag

Der Familiengottesdienst mit Abendmahl bildete schließlich den fröhlichen Höhepunkt der Feiern um Ostern. Mit dem Ostersonntag nun, schließt sich der Kreis meines Berichts vom Anfang. Seit der Osternacht wünschen wir uns „Frohe Ostern“ und die Passionszeit ist zu Ende.

IMGP0330s_1000x400pxDer Gottesdienst, bei dem von Kindern ein dunkles Kreuz in der Mitte des Kirchsaals mit Blumen geschmückt wurde, bot noch einen weiteren, besonderen Höhepunkt für die Familien der Andreasgemeinde. Das anschließende Ostereiersuchen auf dem Gelände der Kindertagesstätte, bei dem alle Kinder gemeinsam suchten, aber auch alle abschließend das Gefundene gerecht untereinander aufteilten.

Eine schöne Tradition, so finde ich, die ein wenig anders funktioniert, als man es hätte erwarten können. Vielleicht hat sie sich ja auch deswegen bis heute gehalten.

Heiko Schock

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