Die Gestaltung einer Nachbarschaft

Jahrelang war es still um die großen Gebiete, die die amerikanische Armee nach Ihrem Wegzug aus Darmstadt vor einigen Jahren hinterlassen hatte. Die Gebiete waren umzäunt, menschenleer und an einigen Stellen, begannen schon Pflanzen einen Teil der Infrastruktur zu überwuchern.

Doch dann, kam gefühlt alles ganz schnell. In der Lincoln Siedlung wurde abgerissen, gebaut und saniert. Bald nach den ersten Aktivitäten kamen auch schon die ersten Bewohner. Studenten und Familien fanden Wohnraum. Wohnprojekte, Vereine und Kirchengemeinden begannen sich für das neu Entstehende zu interessieren. Neues Leben entsteht auf den Konversionsflächen.

Auch die Andreasgemeinde war schon früh einer der Akteure, die sich um die Gestaltung der neuen Nachbarschaft mühte. Zusammen mit der Matthäusgemeinde bewarben sich die beiden Kirchengemeinden um das Projekt DRIN, das durch die Diakonie und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, soziale Projekte fördert. Unser Projekt, “Kirche im Quartier – Nachbarschaft gestalten” soll den Prozess des Entstehens des neuen Wohngebiets auf Lincoln aktiv begleiten. Eines der wesentlichen Ziele dabei ist es, Ausgrenzung benachteiligter Gruppen zu verhindern und für ein gemeinsames Miteinander Sorge zu tragen. Dank der Förderung des DRIN-Projekts, kann ein(e) Sozialarbeiter(in) finanziert werden, als “Quartier-Manager“ zur Kooperation und Ansprechpartner für die Bedürfnisse der neuen Bewohner.

IMGP0308_1000x500px
Karin Böhmer, Margarete Reinel, Herbert Gunkel und Edda Haack

Am gestrigen Palmsonntag nun, war der offizielle Start für das Projekt von Andreas- und Matthäusgemeinde. Nach dem gut besuchten Gottesdienst, in dem das Gemeindemitglied Herbert Gunkel, unser Ansprechpartner für das DRIN-Projekt, in den Kirchenvorstand nachberufen wurde, konnte sich die Gemeinde über das Projekt informieren. Pfarrerin Margarete Reinel von der DRIN-Projektleitung, Edda Haack vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg und Herbert Gunkel berichteten über die Ziele, die Motivation und den Status unseres Projekts. Dabei wurde die sozialpolitische Aufgabe von Kirche und Diakonie betont, die diese Neugestaltung mit sich bringt. Die Offenheit unserer Gemeinde wurde hierbei gelobt und als gute Voraussetzung gewertet, die kommende Aufgabe auch bewältigen zu können. Die erfolgreiche Integration aller zugezogenen Bewohner, gleich welcher Herkunft, Religion oder sozialem Status, kann ein Modell für neu entstehende Nachbarschaft werden. Große Aufgaben, für eine der kleinsten Kirchengemeinden der Stadt. Sie wird durch den Zuzug und an ihren Aufgaben sicherlich wachsen können.

Ich persönlich mag Veränderungen und die Dynamik, die Neues mit sich bringt. Irgendwie aufregender als Stillstand und Stagnation. Doch oft liebe ich auch das Vertraute, die Ruhe im Innehalten und nicht zu vergessen, wo die Basis ist. Auch dies ist wohl, bei aller Neugestaltung, eine der wichtigen Aufgaben unseres Projekts.

Heiko Schock – Öffentlichkeitsarbeit der Andreasgemeinde Darmstadt

DRIN-Grafik: drin-projekt.ekhn.de
Foto: Heiko Schock