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Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnen und Leser,

„Komm, lass uns den Frieden suchen!“

Unter diesem Motto haben wir am 1. September ein großes Sommerfest und den 50. Geburtstag unseres Kinderhauses gefeiert. Dabei ist das bunte Web-Stück entstanden, von dem Sie einen Ausschnitt vorne auf dem Deckblatt dieses Gemeindebriefes sehen können.

Was ist Frieden? Wo finde ich ihn? Was kann ich tun, dass Frieden wird? Wo suche ich nach Frieden? Alle waren eingeladen, ihre Gedanken dazu mit Stoffstreifen in einen großen Webrahmen einzuweben, der das ganze Fest über im Innenhof stand. Eine schöne und kreative Aktion!

Eine hatte die Idee dazu, ein anderer hat einen stabilen großen Rahmen gebaut und mit viel Geschick Kettfäden hinein gespannt, so dass ein Webrahmen daraus entstand. Wieder ein anderer hat den Rahmen auf Füße gestellt, so dass er stehen konnte. Mehrere haben viele bunte Stoff-Streifen zurechtgeschnitten und -gerissen, aus Stoffresten, die wieder andere übrig hatten. Zwei haben im Innenhof bei dem Webrahmen gestanden und dazu ermuntert, sich am Weben zu beteiligen.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben sich ihre Friedens-Fäden ausgesucht und geduldig eingewoben. Ein bunter, fest geknüpfter Friedensteppich ist daraus entstanden mit Wünschen, Hoffnungen und Botschaften. Ein Gemeinschaftswerk, das uns sehen lässt: Frieden kann da entstehen, wo wir uns miteinander verbinden.

„Komm, lass uns den Frieden suchen!“

Jetzt, drei Monate später, gehen wir auf das nächste große Fest zu: Weihnachten. Auf unserer Suche nach Frieden will seine Botschaft unseren Füßen eine Richtung geben: zum Kind in der Krippe hin. In diesem Gotteskind Jesus finden wir den Frieden, den wir suchen und noch mehr: die Phantasie, die wir brauchen, um ihn geduldig und kreativ hineinzuweben in unsere Welt.

Ich wünsche Ihnen allen frohe und friedliche Festtage und ein geseg-
netes neues Jahr 2020.

Ihre Pfarrerin
Karin Böhmer

Wiege des Erinnerns

Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Skulpturenzyklus und Hörperformance von Eva Gesine Wegner zur Erinnerung an die im Holocaust ermordeten jüdischen Kinder

Hören, Betrachten, Meditieren und in Interaktion treten mit den Kunstwerken und Erlebnissen der Künstlerin

Sa 25.1. und So 26.1.2020 um 17 Uhr
Mo 27.1. 2020 um 19 Uhr
Dauer jeweils 90 Minuten

Eintritt frei, Spende erbeten

Sonntag, 26.1.2020 um 10 Uhr Gottesdienst

Kirchsaal der Andreasgemeinde, Paul-Wagner-Str. 70 A, Darmstadt

Die Bildhauerin Eva Gesine Wegner hat auf einer Reise 2012 nach Israel nach einem Besuch in Yad Vashem/ Jerusalem, und dort vor allem tief beeindruckt und bewegt durch die Gedenkstätte für die ermordeten Kinder, sowohl Skulpturen geschaffen als auch eine Hörperformance mit Liedern und Texten zusammengestellt. Das Gesamtwerk ‚Wiege des Erinnerns‘ wird in der Andreasgemeinde gezeigt – zum Hören, Betrachten, Meditieren, in Interaktion treten und zum Ins-Gespräch-Kommen danach.

Informationen: Pfrin. Karin Böhmer, Tel 63625 und Pfrin. i.R. Andrea Bauer Tel 152323

Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einiger Zeit bekamen wir hier im Gemeindezentrum besonderen Besuch, der mich einen vertrauten Ort mit neuen Augen hat sehen lassen. Die Besucherin, eine Professorin der Hochschule Geisenheim, hatte darum gebeten unseren Innenhof einmal persönlich in Augenschein nehmen zu dürfen. Sie unterrichtet in Geisenheim „Geschichte der Gartenkunst und Denkmalpflege“ und recherchiert aktuell zu historischen Freiflächen aus der Nachkriegszeit, also Parks, Gärten, Höfe und Plätze. Unser Innenhof, so stellte sich dabei heraus, wurde von dem bekannten Gartenarchitekten Herbert Heise angelegt, der in Darmstadt noch weitere Anlagen geschaffen hat, unter anderem in der TU Lichtwiese.

Gartenkunst, Denkmalpflege – unter diesen Gesichtspunkten hatte ich den Innenhof bisher nie betrachtet! Und das, obwohl er zu meinen Lieblingsorten in unserem Gemeindezentrum gehört.

Da ich das Privileg habe, in direkter Nachbarschaft zu wohnen, nehme ich mir immer mal wieder Zeit, mich auf eine der Bänke dort zu setzen, den Blick schweifen zu lassen und die Atmosphäre dieses besonderen Gartens zu genießen: das leise Plätschern des Brunnens, die schönen Gräser, wie sie sich im Wind wiegen, den leicht schillernden Olivenbaum vor dem Glockenturm, der schon so viele kalte Winter überstanden hat (und sich hoffentlich weiter wohl fühlt an diesem Ort) und aktuell den Weinstock, der satte reife Weintrauben trägt.

Natürlich ist der Innenhof auch ein Ort, an dem es viel zu tun gibt: Hecken schneiden, Unkraut jäten, Blumen gießen, um nur einiges zu nennen. Und ich bedaure es oft, meinerseits nicht mehr Zeit dafür zu haben. Für offene Innenhof-Nachmittage zum Beispiel, bei denen Menschen zusammenkommen zum Kaffee trinken, Unkraut zupfen
und zu Gesprächen über Gott und die Welt.

Und doch: Der Besuch aus Geisenheim hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, einfach mal das Schöne und Einzigartige wahrzunehmen und zu genießen – ohne „Wenn und Aber“ und „Eigentlich müssten wir mal…“ den Blick auf das zu lenken, was da ist. Sich freuen und dankbar sein.

Ein Kunstwerk im Innenhof, dessen zehnjähriges Jubiläum wir in diesem Jahr feiern, lädt ebenfalls dazu ein: der Ohrenstein von Manfred Weschke mit seiner Inschrift „Ich bin ganz Ohr“.

In diesem Sinne ein gesegnetes Erntedank und einen schönen Herbst,

Ihre/Eure Pfarrerin
Karin Böhmer

Sandstein psychedelisch

Ausstellung mit Fotografien aus dem Antelope Canyon von Siegmund Krieger

Vernissage ist am Pfingstsonntag 9. Juni 2019 um 17.30 Uhr
Die Ausstellung ist noch bis zum 4. August 2019 im Gemeindezentrum zu sehen.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstag und Freitag von 10 – 12 Uhr, Donnerstag 16.30 – 17.30 Uhr (bitte im Gemeindebüro klingeln), sowie sonntags nach den Gottesdiensten

Fotos: S,Krieger

Grußwort von Karin Böhmer

Liebe Leserinnen und Leser,

die leuchtend rote Mohnblume, die auf dem Titelbild zu sehen ist, wie hat sie es nur geschafft, zu wachsen? Sich trotz des steinigen, festen Bodens zu entfalten, klein und zart wie sie ist? Ein wunderschönes Motiv, das Heiko Schock hier gefunden und fotografiert hat. Ein Mut machender Anblick: Das Leben behauptet sich, lässt sich nicht unterkriegen, verletzlich, zart und trotzig zugleich.

„Sieh her, da bin ich!“ Diese eine kleine Blume mitten in der Steinwüste – sie macht den Unterschied und erzählt davon, dass das Unmögliche möglich wird.

Eigentlich Unmögliches hat auch Greta Thunberg, 16 Jahre, Schülerin in Schweden angestoßen. Sie will nicht länger hinnehmen, wie die aktuelle Klimapolitik mit der Zukunft (nicht nur) ihrer Generation spielt. Seit einiger Zeit demonstriert sie freitags vor dem Parlament für echten Klimaschutz, anstatt in die Schule zu gehen. Und ist selbst ganz überrascht, wie viele andere junge Menschen weltweit sich ihrem Anliegen anschließen. „Warum soll ich für eine Zukunft studieren, die es vielleicht bald nicht mehr geben wird, weil niemand etwas tut, um sie zu retten?“, fragt sie eindringlich und bewegt damit etwas. Und wie auch immer wir zu dieser Form des „Klimastreiks“ stehen – ihre Frage finde ich berechtigt.

Diese „Fridays for Future“, sie erinnern mich an das, wofür ich damals in Gretas Alter, in der Zeit des sog. „Kalten Krieges“ auf die Straße gegangen bin: „Frieden schaffen ohne Waffen“. Und daran, dass ich fest überzeugt davon war, das „wir“ einen Unterschied machen und die Welt ändern können. Dass wir etwas tun können für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Jetzt. Sofort. Das Schöne ist: Ich stelle beim Nachdenken fest, dass ich daran immer noch glaube. Ich habe lediglich durch Erfahrung gelernt, dass es auch einen langen Atem braucht. Und doch merke ich: Die drängende Ungeduld, die hinter den „Fridays for Future“ spürbar wird, hat meine Sympathie und weckt auch in mir wieder etwas auf.

Wie heißt es beim Propheten Jesaja 43,19: „Gott spricht: Seht, ich will ein Neues schaffen! Jetzt wächst es auf. Erkennt ihr ́s denn nicht?“ Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit im Frühling, ermutigende Zeichen und Begegnungen hier und da – auf Ostern hin.

Ihre Pfarrerin
Karin Böhmer